Die Spitz Live: Chaotisch, rauh und politisch – ein geiles Konzert in Köln

Die Spitz Live: Chaotisch, rauh und politisch – ein geiles Konzert in Köln

Februar 12, 2026 Aus Von Andreas Müller

Am 11.02.26 brachten Die Spitz die Kantine in Köln zum kochen

Die Spitz sind für ihre wilden Punk-Auftritte bekannt, wir hatten bis jetzt nur davon gehört. Die vier Frauen deren Durchschnittsalter circa bei 20 Jahren liegt bezeichnen sich selbst als „Boy Band with Tits“. Und das war genau diese wilde unbändige Energie, gepaart mit einer Pre-Teenager-Attitüde und dem Willen die ausverkaufte Kantine zu rocken gingen die vier Frauen aus Austin, Texas auf die Bühne. Es galt den Beweis anzutreten, die derzeit spannendste Hoffnung des Grunge-Punk zu sein.

Kein T-Shirt blieb an diesem Abend trocken

Ja alle Gerüchte sind wahr Die Spitz bringen jeden Saal zum kochen. Die Kantine verwandelte sich schon beim Klang der ersten Töne von „I HATE WHEN GIRLS DIE“ in einen wild pogenden Mob. Man muss schon ganz schön bekloppt sein, wie wir, mit einer Kamera mitten im Geschehen zu stehen. Den Aufgrund der Nähe zum Publikum wurde auf eine Absperrung zur Bühne verzichtet. Der Grund wurde sehr schnell klar.

CrowdSurfing auf einem ganz anderen Level

Elli Livigston lies sich auf Händen tragen. Picture © Andreas Müller | Designfaktum

Ab dem Song „AMERICAN PORN“ wurde es noch ne Runde wilder, den Ellie Livingston sprang in die tobende Masse der Fans und legte erstemal ein wildes Gitarren-Solo in der johlenden Menge hin. Was die Germüter noch mehr zum Kochen brachte. Jetzt spätestens waren alle Fans nass geschwitz und es war kein Ende der Orgie in Sicht. Das war erst der Anfang dieser extrem fetten Party. Bei „MY HOT PISS“ ließ sich Ellie rückwärts mit der Gitarre von der Bühne ins Publikum fallen (siehe unsere Photo-Galerie). Um dort von Händen getragen ein weiteres mal sich abfeiern zu lassen, CrowdSurfing mal andersrum. Natürlich ließen sich einige Fans nicht zweimal bitten und machten Ihr es nach und der Reigen war eröffnet.

Zwei Sängerinnen – eine Einheit

Die Damen tauschten während des Sets mehrfach den Gesangspart zwischen Ava Schrobilgen und Ellie Livingston. Was bei anderen Bands wie ein chaotisches Experiment wirkt, ist bei Die Spitz gelebter Alltag. Besonders bei „My Hot Piss“ und „Punishers“ zeigten die Band ihre ganze Bandbreite ihres Sounds. Zwischen verzerrten Gitarren und gutturalen Schreien blitzten immer wieder melodische Momente Klangbausteine auf. Ellie und Katie spielten zeitweise ihre Instrumente, während sie auf den Händen der Fans durch den Raum getragen wurden. Dabei blieben sie stets im Takt.

ICE, Empowerment und Inklusivität

Die Spitz nutzten die Bühne bei ihren Auftritten konsequent für politische Statements. Vor allem ging es an diesem Abend gegen den ICE-Wahnsinn in den USA. Gefolgt von den Themen Empowerment und Inklusivität. Die Zugabe startete mit dem Publikumsliebling „RIDING WITH MY GIRLS“ gefolgt von „Hair of Dog“. Den absoluten Höhepunkt bildete jedoch der letzte Song „Throw Yourself to the Sword“.

Unser Fazit des Abends: Punk is not dead! Es war ein perfektes Konzert zwischen Chaos, Vertrauen, Politik und harten Sounds. Wer diese Punk-Orgie nicht live mitgemacht hat, kann einfach nicht mitreden. Sollte sich bei der nächsten Tournee aber weit im Vorfeld eine Karte sichern. Denn DIE SPITZ sind gekommen um zu bleiben.

All pictures © worldofsoundbar | Andreas Müller