ZAZ Köln – Palladium: Zwischen Vergebung und purer Lebenslust
Januar 1, 202616.12.25 – Die französische Jazz-Pop-Sängerin ZAZ lieferte ein leidenschaftliches Konzert im ausverkauften Kölner Palladium. Fließend wechselnd zwischen Genres von Django Reinhardt bis Édith Piaf.
Charlie Winston der Mann für gute Laune
Zuerst startete aber Charlie Winston die Reise in diesen wundervollen Abend. Der britische Singer-Songwriter verbreitete direkt gute Laune. Er ist mit sechs Studioalben auch kein blutiger Anfänger, sondern durchaus ein sehr respektabler Sänger und Entertainer. Peter Gabriel schwärmt sogar von ihm: Winston ist ein außergewöhnlich talentierter und begnadeter Songwriter mit kraftvollen Melodien und Rhythmen. Er besitzt eine natürliche Beobachterperspektive in seinen Texten, die er wundervoll musikalisch umsetzt.
Um auch noch die letzten Herzen des deutschen Publikums zu erstürmen, spielte er zum Erstaunen aller Anwesenden: Männer von Herbert Grönemeyer. Natürlich wurde er lautstark vom Publikum unterstützt. Wir hätten gern noch mehr von ihm gehört, ein echt guter Opener in den Abend.
100 Minuten ZAZ: Gesund & Munter
ZAZ im Kölner Palladium: Eine Frau (bürgerlich – Isabelle Geffroy), eine Erscheinung und eine Haltung die Sie immer vertritt. Im Gepäck ihr neues Album „Sains & Saufs“ was grob übersetzt heißt „Gesund & Munter“. Das ist sie persönlich definitiv auch, wie sie eindrucksvoll die nächsten 100 Minuten bewies.
Nach einer kurzen Umbaupause wurde es dunkel und die Stimme von ZAZ kam aus dem Off. Sich selbst filmend mit einer tragbaren Action-Cam meldet sich ZAZ erst aus dem Backstage-Bereich. Um dann langsamen Schrittes singend mit dem Opener „Je Pardonne“ auf die Bühne zu schreiten.
Es folgte „Mon sourire“ der die ersten Fans zum tanzen brachte. Mit „Qué vendrá“ brachte sie folgend eine ordentliche Portion Rhythmus in das gute alte Palladium. Ein Zaz Klassiker wurde schon im ersten Drittel des Abends vorgetragen: „Les passants“.
Echter Pariser Flair in Köln
Ein besonderes Highlight war ihre Interpretation von „Paris sera toujours Paris“. Das Cover von Maurice Chevalier versetzte die Zuschauer direkt an die Ufer der Seine. Bei „Éblouie par la nuit“ kam die rauchige Stimme von Zaz besonders gut zur Geltung. Es folgten bewegende Momente mit Songs wie „La fée“ und dem hoffnungsvollen Song „Si jamais j’oublie“.
Es war einfach eine große Zaz Party
Am Ende des regulären Sets steigerte sich das Party-Feeling noch einmal. Bei „On ira“ hielt es niemanden mehr im Publikum, es wurde einfach nur gefeiert. Die Band spielte sich in einen Rausch zwischen Jazz, Pop und Chanson. Zaz forderte das Publikum zum Mitsingen auf, aber das war gar nicht mehr nötig denn es war ein einziger Chor. Es folgte eine kurze Verschnaufpause für die Künstlerin und Ihre Band. Dann wurden die eröffnet mit dem Titel „Une passerelle vers die mer“ der gleichzeitig den Abschluss dieses unnachahmlichen Abends einläutete.
Legendäre Songs zum Abschied
Es folgte eine berührende Version von „La Vie en rose“ (Édith Piaf) einfühlsam gesungen von Zaz. Bei diesem Lied herrschte andächtige Stille im gesamten Palladium. Den finalen Schlusspunkt setzte Zaz dann natürlich mit ihrem größten Hit und Klassiker „Je veux“. Gänsehaut pur.
Fazit: Dieser Abend war einfach etwas ganz Aussergewöhnliches, die Stimmung zu beschreiben fällt ein bisschen schwer. Zaz sollte man einmal im Leben live erlebt haben, egal auf welches Genre von Musik man steht. Diese Leichtigkeit berührt einfach die Seele.
All pictures © worldofsoundbar | Andreas Müller
















